Anthropic veröffentlicht Claude Sonnet 5.5
Das neue Modell erzeugt Ausgaben mehr als 30 Prozent schneller als Sonnet 5 und kostet je Token gleich viel. Wer ohne Thinking arbeitet, muss umstellen.
Anthropic hat am 28. September 2026 Claude Sonnet 5.5 veröffentlicht, das zweite Modell der Claude-5.5-Familie. Nach Angaben des Herstellers erzeugt es Ausgaben mehr als 30 Prozent schneller als Sonnet 5 und kostet bei den meisten Aufgaben bis zu 30 Prozent weniger. Der Listenpreis bleibt bei 2 US-Dollar je Million Eingabe-Token und 10 US-Dollar je Million Ausgabe-Token, die Ersparnis soll aus dem geringeren Token-Verbrauch je Aufgabe kommen. Über die API heißt das Modell claude-sonnet-5-5, außerdem steht es bei Amazon Web Services, Google Cloud und Microsoft Azure bereit. Laut Simon Willison ist Sonnet 5.5 nun auch das Modell im kostenlosen Tarif von claude.ai.
Im Agenten-Benchmark Terminal-Bench 4.0 erreicht Sonnet 5.5 laut Anthropic 70,6 Prozent, Sonnet 5 kam auf 10,3 Prozent. Wer Sonnet bisher mit abgeschaltetem Thinking betreibt, muss vor dem Umstieg auf die neue Einstellung between_tools wechseln: Sie unterdrückt das Nachdenken zu Beginn, lässt es zwischen Tool-Aufrufen aber zu. Willison berichtet außerdem, dass das Modell in seinem Test auf der höchsten Denkstufe „max“ 128.000 Token verbrauchte und abbrach, ohne ein Ergebnis zu liefern. Denselben Fehler hatte er zuvor bei Opus 5.5 beobachtet.
Warum das wichtig ist: Für Automatisierungen auf Sonnet 5 ist der Wechsel im Kern ein Tausch der Modell-ID bei gleichem Listenpreis. Die Ausnahme sind Pipelines ohne Thinking, die vorher auf between_tools umgestellt werden müssen. Ob die versprochene Ersparnis eintritt, zeigt erst ein Vergleich des Token-Verbrauchs mit den eigenen Aufgaben, zumal die Preisrunde bei OpenAI und Anthropic die Rechnung schon vergangene Woche verschoben hat. Wer die Stufe „max“ einsetzt, sollte ihr bis zu einer Korrektur ein Token-Limit setzen.
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